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Vermieter und Architekt müssen ins Gefängniss
Köln - Wegen fahrlässiger Baugefährdung,
Tötung und Körperverletzung verurteilte das Amtsgericht Köln jetzt
einen Hausbesitzer zu dreieinhalb und seinen Architekten zu drei
Jahren Haft ohne Bewährung. Vier Studenten waren im Juli 2001 mit
einem Podest einer Feuerleiter nach einer Party vom dritten
Obergeschoss in die Tiefe gestürzt. Zwei kamen damals um Leben, zwei
wurden schwer verletzt.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der
Hausbesitzer und sein Architekt die von der Bauaufsicht geforderte
Feuerleiter von Hilfsarbeitern anbringen ließen, weil die Angebote
seriöser Firmen zu teuer waren. Zudem hätten beide gewusst, dass das
Mauerwerk marode war.
Deutlich machte der Richter auch, dass der eine
oder andere Vertreter der Stadt mit auf der Anklagebank hätte sitzen
müssen. Denn die Bauaufsicht habe „großzügig auf fachgerechte
Kontrolle verzichtet“, nachdem sie die Anbringung der Notleiter
angeordnet habe. Laut Staatsanwaltschaft läuft gegen Beamte des
Bauaufsichtsamtes bereits ein abgetrenntes Verfahren.
Feuertreppe riss Studenten in den Tod
Die Feuerleiter, mit der in der Nacht von Donnerstag auf
Freitag (6.7.01) in Köln zwei junge Männer in den Tod gestürzt sind,
war nicht fachgerecht montiert. Die Ermittlungen der Stadt Köln
ergaben, dass die Fluchttreppe an nicht tragenden Wänden mit zu
kleinen Dübeln befestigt worden war. Zudem hatte das Bauamt die Leiter
bautechnisch noch nicht abgenommen.
Am Donnerstagabend (5.7.01) waren zunächst zwei
Teilnehmer einer Feier auf die Plattform in 13 Metern Höhe gestiegen,
um sich dort abzukühlen. Als gegen Mitternacht zwei weitere junge
Männer auf die Fluchtreppe im dritten Stock stiegen, stürzte die
plötzlich in den Innenhof. Ein Opfer starb noch an der Unfallstelle,
ein weiteres wenig später im Krankenhaus. Dort werden auch die beiden
Männer behandelt, die bei dem Absturz schwerste Verletzungen erlitten.
Die Ursache des Unglücks wird derzeit von Staatsanwaltschaft und
Bauaufsicht der Stadt Köln ermittelt. Nicht der erste Absturz
Bereits im Dezember vergangenen Jahres war in Köln
ein 33-jähriger Mann in den Tod gestürzt, als eine Feuerleiter aus der
Verankerung riss. Ermittelt wurde damals, dass die Dübel in der
Hauswand nicht ausreichend lang waren. Bei einer anschließenden
Prüfung von Feuertreppen fanden die Statiker der Bauaufsicht rund 40
Fluchtwege an Altbauten in Köln, die ähnliche Mängel aufwiesen. Alle
seien von einer Firma aus Dormagen montiert worden, gegen die nach dem
Unfall Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen wurden. Die
Ermittlungen in diesem Fall sind bis heute nicht abgeschlossen. Die
Dübel sind das Problem
Nach Angaben des Fachverbandes Balkone und Geländer
seien rund 80 Prozent aller Nottreppen in Deutschland unzureichend
angebracht. "Manchmal seien die eingesetzten Dübel so klein, dass sie
in den alten Wänden nicht mal ein Bücherregal halten würden", so der
Verbandschef Volker Bosch gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger. Sinnvoll
wäre in vielen Fällen der Einsatz sogenannter Klebedübel, die mit
Hilfe von Harz eine feste Verbindung zum Mauerwerk eingehen würden.
Die höheren Kosten schreckten viele Monteure aber ab.
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